Vergessen Sie alles, was Sie über klassische Steakhäuser wissen. Wenn Sie einmal richtig gutes Fleisch essen wollen, das Sie sonst praktisch nirgends bekommen, besuchen Sie Tobias Jäkel in der «Alten Post» in Klosters. Keiner zelebriert die Fleischkunst so gekonnt wie er.
Es gibt sie noch. Orte für echte Kerle. Wie in der «Alten Post» in Klosters. Früher schweizweit bekannt für seine Lachsräucherei, dreht sich hier heute alles um auserwählte Whiskys, edle Zigarren und gutes Fleisch. Für Letzteres sorgt Chefkoch Tobias Jäkel persönlich. Jeweils kurz vor 18 Uhr entflammt er den offenen Grill – und das Showkochen beginnt. Das Restaurant jetzt als blosses Steakhouse abzustempeln, wäre eine Beleidigung. Aus gutem Grund: In den meisten Restaurants kommt oft das gleiche Fleisch auf den Teller, aus Paraguay, Uruguay, Neuseeland oder Brasilien. «In meinen Augen ist das zwar alles gutes Fleisch, aber nicht das Beste», sagt Tobias Jäkel. Und verrät uns seine zwei Favoriten.
Jeweils kurz vor 18 Uhr entflammt er den offenen Grill – und das Showkochen beginnt.
«Besonders stolz bin ich auf das «Irish Red Angus Rib Eye». Damit kann man sich das Geld für ein teures Filet sparen.» In der Tat: Das Fleisch hat eine so schöne Marmorierung, dass es jedes Entrecôte in den Schatten stellen könnte. Das Fettauge (Rib Eye) macht dieses Fleischstück saftig und sehr zart. Und es hat einen komplett eigenen Rindsgeschmack. Dazu empfiehlt Jäkel ein Stück des Wolowinas aus der Region Schlesien. Von dort stammt ursprünglich auch seine Familie. Auf seinen Grill kommt nur, was Jäkel selber aussucht. «Ich besuche jeweils die Farm persönlich. Die Rinder werden auf der Weide direkt geschossen und danach verarbeitet», erklärt Jäkel. Das heisst: Sie haben im Vergleich zu anderen Tieren keinen Stress auf dem Weg ins Schlachthaus. Diesen Unterschied schmecke man später. Als lokalen Fleischtipp rät Jäkel zum Molke-Schwein vom Kesslerhof in Klosters: «Wenn ich einem Gast die Augen verbinden würde und sagte, das sei ein Kalbskotelett, würde dieser das sofort bejahen, so saftig ist es.» Oder höhlengereiftes Fleisch aus dem Engadin.
«Vergiss das teure Filet, wenn du das hier bekommst.»
Während der Wintersaison hat Jäkel pro Sorte rund 40 Kilogramm Frischfleisch auf Lager. «Pro Abend gehen locker 15 bis 20 Kilogramm Fleisch weg.» Wer hingegen lieber auf Fleisch verzichten möchte, für den bereitet Jäkel Bio-Tofu zu. Dazu gibt es täglich ein Vorspeisen-Buffet mit bis zu sieben wechselnden Speisen. Zum Abschluss verrät er uns, mit welchem Fleisch er den Ferienklassiker Klosters vergleichen würde: «Ganz einfach, mit einem Irish Red Angus. Man könnte noch viel mehr draus machen. Und wenn man es zum ersten Mal erlebt, kann man sich glatt darin verlieben – so ist es auch mit Klosters.»
Oh, habe ich vergessen zu erwähnen? Da gibt es noch diese Whisky-Bar. Du wirst es lieben!
Diese Zeilen sang Jim Morrison von der legendären Rock-Band «The Doors» bereits 1967. Wenn Sie ebenfalls auf der Suche nach einer Whisky-Bar sind, sollten Sie bei der «Alten Post» in Klosters vorbeischauen. Ein Geheimtipp.
Prinz Charles liebt ihn. Frank Sinatra nahm sogar eine Flasche davon mit ins Grab. Und Parade-Cowboy John Wayne wäre ohne ihn wohl nicht zur Legende geworden. Kein Wunder: Whisky fasziniert – so auch Kai Kröger, Barchef der «Alten Post» in Klosters. Seinen Lieblingstropfen beschreibt er folgendermassen: «Ganz stark Banane, schön Vanille-Mandel und im Abgang ein ganz wenig Kokos.» Er meint damit einen 30 Jahre im Süssweinfass gereiften «Grainman». Eine von rund 100 ausgewählten Sorten, die zur Auswahl stehen. Ein Whisky-Tasting ist hier Pflichtprogramm. Cheers!
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