An einer solchen Landschaft einfach mit Brettern vorbeirauschen? Viel zu schade. Denn beim Schneeschuhlaufen in Klosters startet das Abenteuer direkt vor der Haustür.
«You know the day destroys the night, night divides the day.» Treffender hätte die Rockband «The Doors» mit ihrem Hit «Break on Through» diesen Moment nicht beschreiben können. Denn die Zeit zwischen Nacht und Tag hat etwas Magisches. Es ist noch früh an diesem Mittwochmorgen. Während die meisten noch schlafen, ziehen wir bereits los. Die ersten Sonnenstrahlen lassen die Bergspitzen hinter uns in warmen Farben glühen, während langsam die Kälte der Nacht weicht. Diese Ruhe hat fast schon was Meditatives. Nur das Knirschen unter den Sohlen ist zu hören, als die Schneeschuhe sanft im Neuschnee einsinken. Wir fühlen uns ein bisschen wie die grossen Abenteurer Reinhold Messner, Heinrich Harrer oder Edmund Hillary. Schritt für Schritt arbeiten wir uns den Hügel hinauf.
Wir fühlen uns ein bisschen wie die grossen Abenteurer Reinhold Messner, Heinrich Harrer oder Edmund Hillary.
«Kein anderer Sport bietet ein solch grossartiges Freiheitsgefühl», erklärt Kurt Süess. Der diplomierte Schneeschuhwanderleiter muss es wissen. Normalerweise kümmert er sich unter der Woche um seine Kinder. Jeweils mittwochs verwandelt sich der Hausmann in einen Abenteurer – und zeigt Gästen Klosters von einer komplett neuen Perspektive. Er bringt sie dorthin, wo die verschneite Landschaft am unberührtesten ist. Neben guten Orts- und Schneekenntnissen braucht es dafür nicht viel: die Schneeschuhe unter die Winterschuhe schnallen, die Stöcke in die Hand nehmen und los geht’s. Gerade für Einsteiger ohne Vorkenntnisse ist so eine geführte Schneeschuhtour ein unvergessliches Erlebnis. Schon nach kurzer Zeit hat man das Gefühl, komplett irgendwo anders zu sein. «Aus Schneeschuhlaufen wird schnell eine kleine grosse Reise», sinniert Kurt Süess. Wie recht er hat. Wir waten weiter durch den frischen Schnee und freuen uns einfach hier zu sein.
Schon nach kurzer Zeit hat man das Gefühl, komplett irgendwo anders zu sein.
© 2026 Franz Thomas Balmer